Wir haben es doch tatsaechlich geschafft unsere sieben Sachen in den ‘kleinen’ Rucksack zu quetschen und mit dem Flugzeug hoch nach Wellington zu fliegen. Abends hat sich Xenia noch mit Christopher Plata getroffen, der doch auch gerade ganz zufaellig in Welly war! Was ein Zufall. Es geht aber noch besser. Im Gespraech ist uns dann naemlich aufgefallen, dass wir am naechsten Tag mit dem gleichen Bus nach Taumarunui fahren, das heisst wir haetten uns ganz zufaellig 18000 km von zu Hause in Neuseeland getroffen. Ganz spontan haben wir uns dann dazu entschieden eine 4 taegige Kanutour miteinander durch den Wanganui National Park zu machen.
Aber eins nach dem anderen. Am naechsten Tag sind Jana und ich also mit dem Bus nach Taumarunui gefahren, wo wir von unserer Kiwi-Mum am Busbahnhof abgeholt wurden. Abends gab es ein richtiges Essen, wir konnten es kaum glauben. Rinderbraten! Seit ewigen Zeiten hatten wir kein Fleisch. Tolle Sache! Da wir ja eigentlich bei unseren Kiwi-Eltern waren um zu arbeiten (immerhin haben sie uns unser Auto repariert!), war unsere Aufgabe am naechsten Tag Lavendelbuesche zu binden. Klingt langweilig, ist es auch! von 10Uhr morgens bis 17Uhr Abends haben wir in der Scheune gesessen und diese Lavendelhalme sortiert und aufgehaengt!

Sehr schweisstreibend sag ich euch
Abends gab es dann wieder lecker Steak. Sogar Rumpsteak. Ein 15kg schweres Stueck holt Rex aus der Truhe! Ich war beeindruckt (jaja, war nicht alles fuer heute gedacht). Nur seine Bratkuenste lassen etwas zu wuenschen uebrig. Danach war es naemlich toter als tot! Aber immerhin…Fleisch! Unsere Aufgabe am naechsten Tag war Unkraut jaehten im Garten ihrer Tochter (die ist naemlich schwanger und kann Hilfe dabei gebrauchen). In der sengenden Hitze Unkraut aus einem Gemuesebeet zupfen. Wobei das Beet aus 80% Unkraut und 20% Gemuese bestand. Ausserdem noch Rosen schneiden. Eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe! Wir war das? Nach der 5. Gabelung abschneiden? Naja, wir haben uns fast immer daran gehalten
der naechste Tag bestand darin das Gemuesebeet fertig zu machen und Toffer vom Busbahnhof abzuholen. Netterweise durfte auch er eine Nacht bei unseren Kiwi-Eltern schlafen. Das war aber nicht unsere Idee, falls ihr das jetzt denkt! Helen hat uns foermlich gezwungen ihn mitzubringen! der arme Kerl kann doch nicht alleine auf einem Campingplatz schlafen! Wie auch immer, immerhin hatte Toffer noch einmal Luxus vor unserem Kanutrip.

Am naechsten Tag ging es naemlich los! Noch schnell Essen eingekauft, alles in Tonnen verstaut und ab gehts! Gestartet sind wir in Ohinepane. Jana und ich in einem Kanadier, Toffer im Kajak. Das heisst wir hatten alles zu schleppen und Toffer ist darum geduempelt
Ging schon gut los, an der ersten Stromschnelle haben wir uns gleich mal gedreht. Jaja, schon klar, der Steuermann, also ich, war schuld. Aber danach war eigentlich alles soweit ganz gut! Bis um 5 Uhr haben wir gepaddelt und dann einen Campingplatz in Mahinapuna angesteuert. Als wir Toffers Zelt aufbauen wollten, war ich schon etwas stutzig. Ein Zelt, das ohne Heringe haelt? Ok, Toffer hat die Heringe vergessen… Zwei nette Hollaender haben uns netterweise einige geliehen! Soweit so gut. Unser Abendessen bestand aus Couscous und Tuna! Sehr lecker… nur Toffer hat die Zicke raushaegen lassen. Tja, wir sind ja schon gross, gell Toffer, und haetten uns unser eigenes Essen kaufen koennen. Als es dunkel wurde, konnten wir leider auch nichts mit Toffers leerer Taschanlampe anfangen. Sag mal, hat der Junge eigenlich irgendwas dabei was funktioniert? Das kommt davon, wenn man sich auf Maenner verlaesst!
Die Nacht war denkbar hart auf der Isomatte. Aber Jana und ich sind das ja noch vom Queen Charlotte Track gewoehnt. Am naechsten Tag sind wir um 7 Uhr aufgestanden. Immerhin haben wir einen langen Tag vor uns. 41,5 km gilt es naemlich zu paddeln. Ich habe in der Mitte mal mit Toffer getauscht, sodass ich dann im Kajak und Jana und Toffer im Kanadier sassen. Da ist man schon um einiges schneller im Kajak. Und es ist viel einfacher zu steuer. Dafuer muss man die ganze Arbeit alleine machen!
Bei herrlichstem Sonnenschein gab es leckeres Mittagspicknick (=Brot) im Urwald und zum Nachtisch ein kuehles Bad im Fluss. Ein Traum!

Leider hat sich das Wetter nicht so ganz gehalten. Gegen Abend kam leider etwas Regen auf… Ein Zelt im Regen aufzubauen macht ja an sich schon keinen Spass… aber dann noch ohne Heringe? Uns blieb also nichts anderes uebrig, als den Heringen von gestern hinterherzufahren. Die meinten, sie wuerden entweder zum John Coulls campground oder einen weiter fahren. Angekommen in John Coull waren die nicht da! Und wir schon total muede und ohne viel Lust weiterzupaddeln! Zum Glueck gab es hier sogar eine Huette, so dass wir die regnerische Nacht drinnen im Trockenen verbracht haben. War zwar nicht so romantisch, wie im Zelt, dafuer aber eben trocken…
Der dritte Tag war definitiv der haerteste! 50,5 km und kaum Stroemung! Die Stunden haben sich nur so dahingezogen… Anfangs hatten wir ja wenigstens noch Sonnenschein… doch dann irgendwann haben wir ein komisches lautes Gerausch hinter uns im canyon gehoert. Verwundert haben wir uns umgeschaut: eine RIESEN Regenwand kam auf uns zu! Das sah etwas beaengstigend aus. Schwupps ging das mit dem Paddeln aber ploetzlich viel schneller! eine Weile haben wir noch geschafft, vor der Regenwand wegzupaddeln, aber irgendwann hat sie uns dann doch eingeholt. Und was das fuer ein Regen war! Total heftiger Prasselregen! Sehr eklig, sehr kalt. Verbissen sind wir einfach nur weiter. Paddel rein, durchziehen, raus. Paddel rein,… einfach immer weiter. Obwohl wir morgens um 9 Uhr schon losgefahren sind, kamen wir erst gegen 7 Uhr abends am geplanten Campingplatz in Ngaporo an. Bei leichtem Regen haben wir es geschafft, dass Zelt aufzubauen, ohne dass es drinnen nass wurde. Die am Vortag gesammelten Stoeckchen haben wunderbar als Heringe funktioniert. Spaeter kamen unsere richtigen Heringe zwar auch noch angefahren, aber da stand das Zelt nunmal schon…
Der vierte und letzte Tag war wieder wunderbar sonnig. Nur noch 9 km, 1 1/2 h, das ging ganz leicht von der Hand. Xenia und ich, das dream team im Kanadier, haben noch gemeint, wir waeren meilenweit vom kentern entfernt! Und was passiert in der vorletzten Stromschnelle des letzten Tages? Genau – wir kentern! Mir hat das Boot die Nase blutig geschlagen und Xenia hat heldenhaft die wegschwimmende Wasserflasche gerettet. Alles Andere war ja am Boot festgemacht und ist zum Glueck auch trocken geblieben! Eine viertel Stunde haben wir gebraucht, um das Wasser aus dem Kahn zu schoepfen! Da war schon einiges drin! Aber wir hatten Spass! Ein 4-Tagestrip ohne reinfallen waere ja langweilig gewesen! Ausserdem war das Wasser total warm und angenehm.

In Pipiriki angekommen, sollten wir eigentlich um 11 Uhr abgeholt werden, da Chris den Bus nach Wellington und Xenia und ich den nach Auckland um 2.30pm bekommen mussten. Wie schon zu erwarten, kam der Abholdienst natuerlich etwas zu spaet… aber es hat am Ende doch noch alles geklappt! Bus bekommen, die ganze Fahrt (5h) total muede dagehangen (und gestunken… die armen Mitreisenden!). Schweissueberstroehmt sind wir mit unserem vielen Gepaeck dann tatsaechlich irgendwann im Hostel hier in Auckland angekommen. Nach 4 Tagen haben wir uns dann doch auch mal wieder geduscht…
Xenia ist dann schlafen gegangen und ich habe mich noch mit Ksenia und Mike getroffen und mich von ihnen verabschiedet. Ist schon echt traurig, das zu Hause hier zu verlassen. Neuseeland ist so schoen! Und nach 7 Monaten fuehlen wir uns echt heimisch hier. Wir haben ja jetzt sogar Eltern hier…
Morgen geht unser Flug nach LA, daher senden wir euch ein letztes Mal viele liebe Gruesse aus Neuseeland und sehen euch bald in Good Old Germany!